yourauthor.org supporter Matthias Mala sent us a letter he wrote to the VS-Bundesvorstand, in which he comments on the e-book, on the associated risks of piracy, and on the example of Paulo Coelho.
Liebe Kollegen,
Thema der diesjährigen Buchmesse ist das E-Book. Es ist zwar noch nicht so top, wie dies berichtet wird, dennoch wird das E-Book in vielen literarischen Bereichen zu einem Medium neben dem Buch werden und es gegebenenfalls ersetzen. Auch wenn die Lesegeräte für das E-Book den gewohnten Ansprüchen eines Buchlesers wie Textübersicht, Auswahl und Nachschlagen noch nicht genügen, wird es derartige Formate wohl bald geben. Die Entwicklung des mittlerweile von jedermann genutzten Adobe-Acrobat-Reader setzte hier Maßstäbe, an die die derzeitigen Lesegeräte nach eigener Anschauung noch nicht heranreichen. Indes wird mit den zunehmenden Angeboten von E-Books auch das Problem der Umgehung des Kopierschutzes bedrohlicher werden. War es bislang nur eine kleine Zahl narzisstischer Raubkopieren, die sich die Mühe machten, gedruckte Bücher einzuscannen und zu digitalisieren, wird mit der Existenz eines bereits fertigen elektronischen Buches, das illegale Kopieren und Verbreiten urheberrechtlich geschützter Textwerke massiv zunehmen.
Dass diese Annahme nicht nur meine Befürchtung, sondern ebenso von den Verwertern erachtet wird, machte Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins, in seiner Eröffnungsrede zur Buchmesse deutlich. Ich zitiere: "Die Politik hat nicht begriffen, dass ein Gesamtkonzept für den Umgang mit geistigem Eigentum und Persönlichkeitsrechten im Netz für die Zukunft entscheidend ist. Mit kosmetischen Änderungen in einzelnen Gesetzen ist den Autoren, Kreativen und Verlagen nicht geholfen. Kultur und Hochtechnologie können nur durch eine Gesamtstrategie für ein zivilisiertes Internet verknüpft werden." Erfreulich ist, dass diesen Worten auf Seiten der Verleger auch Taten folgten. So lag die Broschüre "Kopieren ist keine Kunst, aber ein Problem? - Verlage sprechen über Piraterie." der Arbeitsgruppe Piraterie (www.original-legal.de) an vielen Ständen auf.
Weniger erfreulich war hingegen die Rede von Paul Coelho, der seinen besonderen Erfolg mit von der Tatsache ableitete, dass seine Bücher schon seit 1999 als Raubkopien im Internet kursieren. Ja, er förderte den Download dieser Kopien und damit seiner Meinung nach zugleich den Absatz seiner Bücher durch eine eigene Piratenseite, auf der er seine Titel in Tauschbörsen verlinkte. Hier mag ich dem Kollegen Coelho nur zuraunen, er möge künftig ein bisschen demütiger und schweigsamer sein, während andere Kollegen sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Urheberrechtes einsetzen. Jedenfalls werden wir durch Raubkopien nicht zu Millionenauflagen gelangen, auch wenn es ihm trotz Piraterie gelang.
So erfreulich also das Vorgehen des Börsenvereins ist, vermisse ich eigene Aktivität beziehungsweise Kooperationen unseres Verbandes, denn auch wenn wir mit den Verlegern gleichermaßen daran interessiert sind, die Internet-Piraterie zu diskriminieren, bleiben unsere Interessen von den ihren bei der Durchsetzung der Verfolgung und Entschädigung differenziert.
Herzliche Grüße, Matthias Mala

